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Oben angekommen

Früher war das hier eine Ruine. Zumindest sah das Gebäude von außen so aus. Ragte hoch über den Kesselbrink hinaus, war weithin sichtbar und doch fragten sich viele, nachdem die Telekom ausgezogen war, was denn hier drin eigentlich passiert. Und irgendwann einmal passieren würde.

 

Im Austausch: Meike Wörmann, Carola Fechner und Hendrik Veddeler (v.l.) im H1-Gebäude.

Ein paar Jahre und viele Baustunden später stehen wir mit Meike Wörmann, Carola Fechner und Hendrik Veddeler unten am Eingang des H1, wie das Gebäude jetzt heißt. Außen: Schmucke, organisch geschwungene Fassade. Innen das, was heute schick ist, wenn Innenarchitekten sich mal so richtig austoben dürfen.

Einstieg in den Fahrstuhl, rasant schnelle und doch kaum spürbare Fahrt in den 18. Stock, wo das wartet, was kaum jemand erwartet und jeden erstaunen lässt: riesige Bücherregale, in denen viele hundert Seiten starke Wälzer wie von Geisterhand am Herausfallen gehindert werden. Ledersessel, die mit dicken Tauen an der Decke befestigt zu Schaukeln verwandelt werden. Kiefernholzstämme, petrolfarbene Wände und ein Ausblick über Bielefeld, der mit dem Wort atem­beraubend untertrieben beschrieben ist.

Drei, die auch oben angekommen sind, hier und ebenso bei HLB Stückmann, sind Meike Wörmann, Carola Fechner und ­Hendrik Veddeler. Alle drei sind schon 16, 14 und 12 Jahre lang an Bord, es fühle sich an wie eben angekommen und eine Ewigkeit hier zu sein zugleich, sagen sie. Dabei sind ihre Werdegänge, ihre ­Ausbildungen, auch ihre Aufgaben heute alles andere als gleichförmig. Nur die Position, die sich seit Mitte 2024 auf ihren ­Visitenkarten findet, ist dieselbe: Partnerin oder Partner.

Damit sind sie dem Managerposten entwachsen und bei HLB Stückmann, beziehungsweise bei den BKS Rechtsan­wälten, ganz oben angekommen. Erzählen die drei und ­fangen mal ­lieber ganz von vorne, mit den ersten Schritten bei HLB ­Stückmann an.

 

Hinsetzen, Glaser mit Wasser füllen, ankommen, loslegen.

Eigentlich sollte es etwas Kreatives sein, was die heute 42-­jährige Meike Wörmann beruflich machen wollte. Der Vater winkte ab, du kannst doch gut mit Zahlen, dann mach doch was mit Mathe und vor allem etwas, das später finanzielle Sicherheit bringt, riet er. Sie studierte Wirtschaftsmathematik, jonglierte mit Zahlen, Buchstaben und vor allem Denkkonzepten, ehe sie nach erfolgreichem Abschluss mal schaute, was die Berufswelt so für sie bereithielt. Die Bewerbung bei HLB Stückmann? Eher Zufall. Weil ein Freund der Bielefelderin den Arbeitsplatz um die Ecke empfahl. Den Traum, Steuerberaterin, Wirtschaftsprüferin zu werden? Gar nicht geträumt. Und doch schnell wahr geworden. Heute kümmert sie sich um viele große Mandate, um die, die eine umfassende Betreuung benötigen, über Jahre hinweg auf ihre Expertise setzen. Daneben sind die Nachhaltigkeitsberichterstattung und die Qualitäts­sicherung in der Wirtschaftsprüfung ihre Steckenpferde – das Kreative hat sich auf die Freizeit, das Basteln mit der Tochter verschoben.

Ganz anders der Berufseinstieg bei der 42-jährigen Carola Fechner. Erst die klassische Laufbahn beim Finanzamt, duales Studium an der Finanzhochschule, Mitarbeit beim Landesrechnungshof – und schnell die Erkenntnis, dass all das, vor allem die Arbeit in der Behörde, dann doch nicht vollständig erfülle. Fast ein wenig unangenehm zu erzählen: Ein Headhunter rief an und fragte mal ganz unverbindlich nach, ob nicht ein Wechsel zu HLB ­Stückmann eine Möglichkeit wäre, all dem zu entfliehen. Schnell war das Angebot dann doch verbindlicher als gedacht, die heute zweifache Mutter wechselt, steigt als Projektleiterin und Steuerberaterin ein, und erfreut sich seitdem daran, wirklich zu beraten, nicht nur auszurechnen, zu analysieren und mit den Mandantinnen und Mandanten neue Wege zu gehen. Und das über Jahre, zwei große Mandanten sogar seit dem Einstieg hier in der Kanzlei. Da zeige sich dann auch, dass es eben nicht (nur) darauf ankomme, ein Zahlenmensch zu sein. Sondern vielmehr, über Empathie zu verfügen, schnell herauszufinden, was die Mandantin oder der Mandant eigentlich will, eine Art Kümmergen in sich zu ­tragen, das auch nach Jahren dafür sorgt, perfekt zu ­beraten.

Noch mal ganz anders: der Berufsweg von Hendrik Veddeler. Erst das Studium der Rechtswissenschaften, schnell die Liebe für alles Steuerrechtliche entdeckt, also das Studium der Steuerwissenschaften hinten drangehängt, in Finanzkanzleien und beim Finanzgericht erste Berufsschritte tatsächlich genossen, ehe es in die väterliche Kanzlei ging – mit der Erkenntnis nach zwei Jahren, dass das nicht der richtige Weg war. Also nahm Hendrik Veddeler wirklich den – wenn auch virtuellen – Zirkel, stach die Spitze auf der Landkarte direkt in den Wohnort Osnabrück und zog einen 100-Kilometer-Radius. Einzige Kanzlei, die darin für ihn infrage kam: HLB Stückmann. Oder in seinem Fall das Partnerunternehmen, die BKS Rechtsanwälte. Hier kümmert er sich als Anwalt und Steuerberater um Umstrukturierungen, um die Schnittstelle zwischen Steuer- und Gesellschaftsrecht.

 

Aber das ist im Job, beim langen Weg bis hierher, hier oben, ja nicht anders.

Hier beginnt dann auch wieder das, was alle drei eint: das Interdisziplinäre, der Griff zum Telefonhörer, wenn der eine sein Spezialgebiet verlässt, wenn er Unterstützung oder einen Sparringspartner braucht, wenn das gelebt wird, was Teamarbeit im wahrsten Sinne des Wortes bedeutet – die eigenen Fähigkeiten zu einem großen Ganzen zusammenzuführen.
Das sei, sind sich alle drei einig, die größte Herausforderung in dem stark wachsenden Unternehmen: Die Übersicht zu behalten, wer denn wann, in welchem Fall und mit welcher ­Expertise, weiterhelfen könne. Und gleichzeitig sei es das größte Plus, das Unternehmen und Netzwerk bieten: die ­Ansammlung von Spezialisten, die gemeinsam zum Generalisten werden.

Der Blick schweift immer mal wieder raus aus dem Fenster, über die Altstadt, die wirkt, als sei sie ein winzig kleiner Teil einer Modelleisenbahnlandschaft. Hier arbeiten? Lieber nicht, dann schaut man viel zu häufig aus dem Fenster.

Hier sich mal in kleiner Gruppe zurückziehen, mal alles und vor allem das Berufsalltägliche abschalten und sich auf einen Fall, ein Projekt konzentrieren? Gut denkbar. Aber bei uns ist es ja auch schön. Sind sich die drei einig. Vielleicht auch das ein Grund, warum sie nie gewechselt, bei Headhunter-Anrufen schnell aufgelegt haben. Sie klingen nicht nur so, sie sind es wirklich: hochzufrieden. Jetzt angekommen in einer Position, die irgendwie erst unerreichbar schien, dann immer das Ziel war und doch nie Hektik, nie Druck auslöste. Und sind heute genau das, was man hier, im 18. Stock im H1-Gebäude unweigerlich beim Blick aus den riesigen Panoramafenstern denkt: oben angekommen.

Unten könnten sie sich aber auch mal treffen. Wenn sie denn am gleichen Ort wohnen würden. Denn alle drei gehen joggen, um den Kopf freizubekommen, dem Sitzen und Stehen im Büro gesundheitsfördernd entgegenzuwirken. Und das: früh morgens, auf nüchternen Magen. Das müsse man schon wollen, alles eine Frage des Willens.