Stückmann Podcast Folge 33:
USA-Geschäft deutscher Unternehmen – Zölle und Verrechnungspreise im Spannungsfeld
Wie wirken sich aktuelle US-Zölle auf deutsche Unternehmen aus? Welche Rolle spielen Verrechnungspreise im internationalen Konzerngefüge? Und welche Gestaltungsmöglichkeiten bestehen bei Vertrieb, Produktion und Lieferketten in den USA?
In dieser Folge von „Steuern to go“ sprechen Juliette Gill und Florian Weeg über die aktuellen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in den USA, die zunehmende Rechtsunsicherheit im Zollrecht sowie über praktische Ansätze zur Optimierung von Zoll- und Verrechnungspreisstrukturen.
to go
Auswirkungen aktueller US-Zölle auf deutsche Unternehmen
Aktuelle US-Zölle und Wechselkursentwicklungen erhöhen den Wettbewerbsdruck für deutsche Unternehmen auf dem US-Markt. Gleichzeitig sorgt die unsichere Rechtslage im US-Zollrecht dafür, dass Unternehmen ihre Strukturen und Lieferketten neu bewerten müssen.
Spannungsfeld zwischen Zöllen und Verrechnungspreisen
Während das Zollrecht auf den Warenpreis abstellt, dienen Verrechnungspreise der fremdüblichen Gewinnverteilung innerhalb des Konzerns. Daraus können Zielkonflikte entstehen, wenn Maßnahmen zur Senkung der Zollbelastung steuerliche Auswirkungen auf die Gewinnabgrenzung haben.
Gestaltungsmöglichkeiten ohne eigene US-Präsenz
Auch Unternehmen ohne eigene Strukturen in den USA können ihre Zollbelastung reduzieren, etwa durch Zolllager, Tarifoptimierung oder die Anwendung der sogenannten First-Sale-Rule.
Optimierung bei US-Vertriebsgesellschaften
Verfügt ein Unternehmen über eine US-Vertriebsgesellschaft, eröffnen sich zusätzliche Gestaltungsmöglichkeiten. Insbesondere bei Eigenhändlerstrukturen kann die Verlagerung von Vertriebsmargen in die USA zu einer geringeren Zollbelastung führen.
Gestaltungspotenziale bei US-Produktionsgesellschaften
Am größten ist der Handlungsspielraum bei eigener Produktion in den USA. Durch Local Sourcing, angepasste Lieferketten und eine gezielte Strukturierung von Waren- und Dienstleistungsbeziehungen lassen sich Zoll- und Verrechnungspreisstrukturen umfassend optimieren.
Vorsicht bei pauschalen Preisanpassungen
Eine undifferenzierte Senkung von Intercompany-Warenpreisen kann sowohl aus zollrechtlicher als auch aus steuerlicher Sicht problematisch sein. Jede Anpassung sollte daher sorgfältig analysiert und mit Blick auf beide Rechtsgebiete abgestimmt werden.