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Perfekte Unterstützung
Gestärkt durch Mentorinnen

Der Augenblick war wirklich aufregend. Wer von den Personen da vorne würde meine Mentorin, mein Match sein? Wer würde mich über ein Jahr lang begleiten, mir Tipps geben, mich fordern und fördern? Erlebt haben diese spannende Situation Julia Fuchs und Felicitas Raby, als sie zum Start des CrossMentoring OWL-Programms während der Auftaktveranstaltung in den Räumen der IHK ihre Mentorinnen zugewiesen bekamen.


Aber der Reihe nach. „Ich hatte über Kolleginnen von dem Programm gehört und war sofort begeistert“, erzählt Felicitas Raby, Steuerberaterin und Projektleiterin bei HLB Stückmann. Ihre Kollegin Julia Fuchs, die heute als Managerin neben der normalen Steuerberatung auch den Bereich der Steuerfachangestellten und -fachwirte verantwortet, wurde für das Programm vorgeschlagen. „Das ausschließlich für Frauen gedachte Programm bietet sich einfach für diejenigen an, die bereits in Führungspositionen arbeiten oder für die diese mal relevant werden“, erzählen die beiden, die nicht lange überlegen mussten, als das Angebot ausgesprochen wurde.

 

„Wir wussten, dass es anstrengend würde, dass man auch mal mit Dingen, Situationen und Fragestellungen konfrontiert wird, die über das Normale hinausgehen“, so Julia und Felicitas, die den Start so beschreiben: Zunächst werden intern mögliche Potenzialträgerinnen identifiziert. Nach erfolgter Zusage durch das CrossMentoring OWL-Programm muss eine Art Bewerbung abgegeben, ein umfangreicher Fragebogen ausgefüllt werden, der schon sehr ins Detail geht. „Anhand dieses Fragebogens und eines Interviews, an dem auch der eigene Vorgesetzte teilnimmt, wird nach der passenden Mentorin gesucht. 

Da geht es also auch um persönliche Dinge, um Zielsetzung, um Arbeitsweisen, um Stärken und Schwächen“, erzählt Julia Fuchs, die das Programm 2022 / 23 durchlief.

Das Interview führt Anja Schulte, die das CrossMentoring OWL-Programm leitet, selbst und schafft so die Voraussetzung für ein Match zwischen Mentor und Mentee, das möglichst optimal ausfallen sollte. „Bei mir war es mit Sabine Brockschnieder eine Geschäftsführerin aus der Küchenbranche, die früher als Rechtsanwältin in einer größeren Steuerberaterkanzlei gearbeitet hat – das passte also zum Start schon mal sehr gut“, freute sich die heute 33-jährige Julia Fuchs.

Anders war es bei Felicitas Raby. „Mit Andrea Meyer wurde mir die Leiterin des Corporate Marketings eines internationalen Familienunternehmens als Mentorin zugeordnet. Das klang im ersten Moment etwas weit von der Steuerbranche entfernt, aber wir haben sehr schnell festgestellt, dass wir auf der persönlichen Ebene sehr gut zueinander passen“, so die 31-Jährige, die ebenfalls sehr froh über ihr Match war.

 

Haben das Mentoring-Programm genossen: Felicitas Raby (links) und Julia Fuchs.

Was dann folgte, war ein Jahr des intensiven Austausches. Zehn Mal trafen sich Mentorin und Mentee und gingen in sehr intensiven Gesprächen Erfahrungen und Situationen aus dem Berufsalltag durch, die häufig fordernd, manches Mal auch verwirrend waren. Vier Seminartage gehören ebenfalls zu dem Angebot, bei dem alle 60 Mentorinnen und Mentees u. a. in ein Hotel reisen und dort zusammen in Gesprächen und Vorträgen daran arbeiten, dass die eigene Führungsfähigkeit der jungen Frauen weiter ausgebaut wird. „Das Angebot war dabei so vielfältig und spannend, dass man sich ein wenig geärgert hat, dass man aus Zeitgründen nicht an allen Veranstaltungen gleichzeitig teilnehmen konnte“, so Felicitas -Raby. Fach- und Impulsvorträge, die online angeboten werden, runden das Programm ab – und an diesen können die Mentees auch nach Beendigung des Programms weiterhin teilnehmen. „Wenn man nach zwölf Monaten auseinandergeht, ist das natürlich schon ein trauriger Moment.

Beide, Felicitas und Julia, haben von ihren Mentorinnen zum Abschluss des Programms noch das Angebot erhalten, sich jederzeit melden zu können, wenn Probleme oder Fragen auftauchen sollten.

Aber im Vordergrund steht, dass wir sehr viel mitgenommen, wir uns wirklich weiterentwickelt und wohl auch ein wenig verändert haben. Vor allem aber sind wir nun wirklich gut auf viele Fragestellungen vorbereitet, die mit dem Thema Führung zu tun haben“, sind sich die beiden einig, die auch andere junge Kolleginnen dazu animieren möchten, nicht Nein zu sagen, wenn ihnen das Programm weiterempfohlen wird.

„Man kann als Mentee wirklich auf einen sehr großen Erfahrungsschatz der jeweiligen Mentorin zurückgreifen und kratzt nicht nur an der Oberfläche, was moderne Führung angeht, sondern geht deutlich tiefer“, erzählt Julia Fuchs. So hatte ihre Mentorin, die sie als „echten Volltreffer“ bezeichnet, zuvor eine Coaching-Ausbildung absolviert und fragte manches Mal so intensiv nach, „dass ich erst verwundert, dann begeistert war, wie tief das Ganze wirklich geht, wie gut man sich gegenseitig kennenlernt und wie weitgehend die Beratung am Ende ist“, so die Steuerberaterin, die mittlerweile als Managerin bei HLB Stückmann tätig ist.

„Wir können diese Erfahrung, dieses sehr schöne Programm nur jedem, oder besser: jeder empfehlen“, ziehen sie am Ende ein durchweg positives Fazit. Ob sie allerdings selbst eines Tages in die Rolle der Mentorin schlüpfen können und wollen, lassen sie erst einmal unbeantwortet. „Das Programm richtet sich ja auf Mentee-Seite eher an junge Frauen. Erst wenn man über fünf Jahre Führungserfahrung verfügt, kommt man dagegen als Mentorin infrage. Und das ist am Ende nicht nur eine Frage der Zeit, sondern auch der persönlichen Entwicklung“, sagt Felicitas Raby und freut sich jetzt erst einmal, ebenso wie Julia Fuchs, darauf, das hinzugewonnene Wissen in der Praxis bei HLB Stückmann in vielen Projekten und Situationen umsetzen zu können.

Diese Kolleginnen haben ebenfalls das CrossMentoring OWL-Programm durchlaufen: Miriam Roll (2014), Carola Fechner (2015), Karin Korte & Heike Frensemeier (2016), Meike Wörmann (2017), Brigitte Hidding & Nicole Sander (2018), Cathlen Brügge (2020).