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Die Zukunft in die Hand nehmen

Seit nunmehr drei Jahren kriselt die Stimmung, die Wirtschaft, die Welt. Warum es dennoch Grund zur Hoffnung gibt, was sich aus wirtschaftlicher Sicht ändern muss und wie ostwestfälische Mittelständler mit der zumindest gefühlten Dauerkrise umgehen, erklären die beiden HLB Stückmann Geschäftsführer Dietmar Engel und Alexander Kirchner im Interview.

 

Die Krise scheint nicht vorbei zu sein, sich nicht so zeitnah wie gedacht zu verflüchtigen. Jetzt kriselt sogar so ein Riese wie Volkswagen. Was bedeutet das für die wirtschaftliche Lage und die Stimmung hier bei uns in Ostwestfalen?

Dietmar Engel (DE): Wir sind hier in Ostwestfalen, da klagt niemand groß, da sucht niemand mit seinen Sorgen und Nöten die große Öffentlichkeit. Die von uns betreuten Unternehmen befinden sich eher in einer Art Beobachtungsmodus. Sie stellen sich die Frage: Wo führt das alles hin? Sicher ist: Investitionen werden aktuell ebenso wie Nachfolgeentscheidungen zurückgestellt. Dabei wäre das Gegenteil wichtig, um auch einen psychologischen Effekt, um Wachstum zu erzielen. Aber gerade herrscht da große Zurückhaltung.

Dabei dauert diese Phase des Abwartens schon ganz schön lange. Haben wir uns vielleicht schon daran gewöhnt, immer mehr zu stöhnen?

Alexander Kirchner (AK): Ich glaube, dass das Stöhnen heute einfach schon dazu gehört. Da schwingt Frustration mit, weil einfach über eine so lange Zeit nichts passiert ist. Die ganzen Verbände sagen zu Recht: Es muss gerade jetzt viel passieren – es passiert aber einfach nichts. Die Unternehmen wissen jetzt: Die Rahmenbedingungen sind nicht nur nicht optimal, sie passen einfach nicht mehr. Da kann man schon mal stöhnen – und ehrlich gesagt sogar aus gutem Grund. Nur ob diese Haltung den Einzelnen nach vorne bringt, ist eine ganz andere Frage.

DE: Im vergangenen Jahr waren wir uns einig, dass die meisten unserer Mandanten und auch die deutsche Volkswirtschaft als Ganzes gut durch die Krise kommen. Aber so langsam kriselt es doch ernsthaft, auch wenn wir keine echten Krisenmandate verzeichnen können. Es ist einfach so, dass wir zwar eine große Volkswirtschaft sind, wir es aber nicht schaffen, mit anderen großen Volkswirtschaften Schritt zu halten.

Sind es wirklich nur die großen Volkswirtschaften, mit denen wir gerade nicht Schritt halten können?

AK: Ja, das stimmt. Es gibt auch andere, die wir noch vor einigen Jahren belächelt haben, die aktuell ihre Hausaufgaben besser machen als wir. Das ist das, was alle wundert. Schauen Sie sich Griechenland oder Italien an: Da ist die Stimmung besser, sogar die Bauwirtschaft ist besser aufgestellt – trotz höherer Bauzinsen. Wir stehen aktuell einfach auf der Bremse – und andere rauschen an uns vorbei.

DE: Ein gutes Beispiel ist dabei das Jahressteuergesetz. Da war der Start im Mai, jetzt haben wir Ende des Jahres und da ist immer noch nichts beschlossen. Dabei reden wir hier nicht von einer Steuerreform, sondern von einem schlichten Jahressteuergesetz. Das, was wir beim Fußball schnelles Umschaltspiel nennen, das bekommen wir schlicht nicht auf den Platz. Und das hält uns auf und bremst uns aus.

 

Fehlt da dann nicht irgendwann der Glaube, dass da überhaupt noch ein Umdenken stattfinden wird?

DE: Entscheidend ist jetzt die Frage, was die Neuwahl des Bundestages bringt, ob es danach einen Stimmungswechsel gibt. Eine solche Aufbruchstimmung ist ganz dringend notwendig, weil nur so ein Wachstum einfach in den Köpfen starten kann. Stöhnen hilft da nicht weiter.

Ist genau das vielleicht typisch Deutsch?

AK: Nein, das hat damit nicht mehr viel zu tun. Nehmen wir das Beispiel der Energiewende. Dagegen hat niemand etwas, wir wissen alle, dass dies notwendig ist. Aber mit der Infrastruktur sind wir einfach hinten dran. Da hat es schwere Fehler in der Politik gegeben. Wir sehen derzeit überspitzt formuliert: Der Kunde kauft gerade kein E-Auto, auch wenn wir alle wissen, dass dieser Technik wohl die Zukunft gehört. Viele würden vielleicht sogar ein E-Auto kaufen wollen, wie in anderen Ländern. Aber das ist hierzulande unattraktiv. Denn es gibt keine ausreichende Ladestruktur, es gibt Probleme mit den Stromleitungen in den Städten und auf dem Land. Die Netzentgelte in Deutschland sind von der Politik schlecht und unzureichend geregelt, was auch maßgeblich zu höheren Energiekosten beiträgt. Ganz zu schweigen vom schleppenden Ausbau der Stromnetze insgesamt. Und jetzt habe ich noch gar nicht den schlechten Zustand anderer Infrastruktur erwähnt, Stichworte: Digitalisierung, Autobahnbrücken etc.

DE: Da werden dann schnell und immer die Rufe nach Subventionen für die Wirtschaft laut, dabei weiß jeder: Das ist nicht nachhaltig, das verschiebt die Probleme nur, ohne sie zu lösen. Wir versuchen in der Politik immer, durch Subventionen Fehler der Vergangenheit zu kaschieren. Das funktioniert schlichtweg nicht. Es ändert nichts an unserem Grundproblem, wie etwa bei der Energiewende, dass wir Strom nicht billig produzieren können. Das holt uns jetzt ein.

AK: Schauen Sie sich das Thema Wärmepumpen an. Die Menschen bekommen mit, dass ab dem Zeitpunkt, als die Wärmepumpen subventioniert wurden, ihr Preis um mindestens den Faktor 1,5 gestiegen ist. Als die Subventionen zurückgenommen wurden, waren sie wieder deutlich billiger. Das sind Marktmechanismen, die muss ich als Politiker mit einkalkulieren, da ist der Bürger erst verwundert, dann verärgert. Das bringt nichts außer Unmut. Da können und müssen wir hoffen, dass sich das nach der Bundestagswahl grundlegend ändert und diese Art der Wirtschaftspolitik aufhört.

Aber ist nicht eines der schwersten Vorhaben überhaupt, seine Mentalität zu ändern?

DE: Mentalität ist auch immer eine Frage von Führung. Wir konzentrieren uns immer auf Dinge, bei denen wir in der Vergangenheit gut waren. Und aktuell wird geschaut, was ideologisch richtig zu sein scheint. Wichtiger zu überlegen wäre: Wenn Menschen in der Baubranche gerade in Kurzarbeit sind, um ihre Jobs bangen müssen, dann kaufen die kein E-Auto, dann ist das nur ein ideologisch motivierter Wunsch der Politik, aber keine Realität. Früher hat man immer gesagt: Wenn man baut, dann muss der Zweitwagen bei der Kostenkalkulation noch mit drin sein. Das könnte dann doch das E-Auto für die Stadt sein, oder?

AK: Und wenn ich dann von oben, von der Politik gesagt bekomme, was wer zu wollen hat, dann wird es schwierig. Ganz zu Beginn, bei einem neuen Produkt, einer neuen Idee kann eine Art Anschubsubvention helfen, um den  Markteinstieg zu ermöglichen oder zu erleichtern. Aber danach muss das aufhören. So funktioniert Wirtschaft einfach nicht.

 
 

Es gibt viel zu besprechen: Dietmar Engel wirft gemeinsam mit Alexander Kirchner einen Blick auf das scheidende und das neue Jahr.

Blicken wir auf Volkswagen und seine Probleme. Stellt es das einem Kenner der Wirtschaft nicht die Nackenhaare auf, wenn man liest, was da gerade alles politisch gefordert wird?

AK: Niemand weiß, wie Volkswagen zukünftig aussehen wird, wie das Unternehmen durch die Krise kommt. Fest steht aber: Wenn ich 500.000 Autos weniger in den Markt bringen kann, dann ist doch klar, dass Werke geschlossen werden müssen. Wie soll es sonst gehen, was soll denn sonst da produziert werden? Und dass wir sowohl einen Fachkräftemangel als auch zu hohe Arbeitskosten in Deutschland haben, ist offenkundig. Da wirken einfachste wirtschaftliche Mechanismen, die hier politisch einfach ignoriert oder schöngeredet werden.

Gibt es eigentlich auch in Ihrer Mandantschaft Unternehmen, die Teil dieser Volkswagenkrise sind?

DE: Es gibt sicherlich Industriezweige auch hier in OWL, die bei VW „ans Band“ liefern. Die wussten aber meist schon vor zehn Jahren, dass das irgendwann weniger werden würde. Und trotzdem sind sie jetzt überrascht. Das liegt vielleicht daran, dass es immer wieder Peaks gegeben hat, die über einen gewissen Zeitraum geholfen haben. Was wir jetzt brauchen, sind keine Geschenke, keine Zusagen, die später niemand halten kann, die nur Sand in die Augen streuen. Es muss eher ein Augenöffner her, der sagt: Offensichtlich können wir das nicht mehr versprechen, nicht mehr zusagen. Der Automobilindustrie in Deutschland geht es schlecht, das erfordert ein Umdenken, und jetzt müssen wir – ähnlich wie in England schon vor Jahrzehnten – der Wahrheit ins Auge sehen. Die Politik scheint das komplett auszublenden.

Ist das schon Wahlkampf, ist das wirtschaftliche Romantik, oder was ist das?

AK: Wir haben über sehr viele Jahre einen sehr auskömmlichen Sozialstaat mit einer Vollkaskomentalität entwickelt. Daraus ist dieses Gefühl entstanden, dass es immer so weitergehen muss. Jetzt kommt das Wirtschaftswachstum nicht, jetzt muss man zu der Erkenntnis kommen: Wenn es der Wirtschaft schlecht geht, können wir uns das schlicht nicht leisten. Also muss in erster Linie erstmal die Wirtschaft wieder gestärkt werden. Das ist die richtige Reihenfolge – nicht andersherum.

DE: Das Gefühl dafür, wo die echte Wertschöpfung erbracht wird und was es heißt, wenn die nicht mehr nachgefragt wird, ist verloren gegangen. Auch bei unseren Mandaten gab es in der Vergangenheit Zeiten, in denen man sich neue Abteilungen einfach gönnte, ohne dass sie wirklich notwendig waren. Aber das holt einen in der Industrie einfach schnell ein. Dann muss man auch wieder handeln und nicht zu lange abwarten. Das können wir eigentlich hier in OWL. Schauen Sie sich die Start-ups und die Beteiligungen daran an. Wir erleben gerade, dass viele von denen keine weiteren Finanzierungen bekommen. Die Investoren stellen fest, dass sie da zig Millionen Euro investiert haben und die jetzt einfach weg sind, quasi konsumiert wurden. Wenn ich aber die gleiche Summe in eine Produktion investiere, dann habe ich zumindest die Immobilie, die Maschinen, die sind dann immer noch da, etwas wert, können anderweitig genutzt werden. Da findet gerade ein sehr großes Umdenken statt, ob man nicht genau genug auf den Output geachtet hat. Software kann ja auch ein Vermögensgegenstand sein, aber dafür muss sie funktionieren.

Ein Mittel in der Krise ist ja auch, die Ausgaben besser in den Griff zu bekommen. Aber ist nach dem dritten Jahr in Folge überhaupt noch Luft dazu?

DE: Einsparpotenziale existieren nicht mehr viele. Daneben haben die Kostensteigerungen der Vergangenheit alle Potenziale aufgefressen, da ist jetzt schlichtweg nichts mehr, was eingespart werden kann. Es geht jetzt in der Industrie zunehmend über Verlagerung ins Ausland. Und es bringt bestimmt nichts, jetzt darüber nachzudenken, die Kekse im Besprechungsraum zu streichen. Über diese Phase sind wir längst hinweg.

AK: Eigentlich müssten wir auf Wachstumskurs kommen, brauchen schnell ein solides Wirtschaftswachstum deutlich über einem Prozent und gleichzeitig das Erinnern an die jetzige Situation. Das ist dann gut für die Unternehmen und gut für alle Arbeitnehmer. Und wenn dadurch dem Staat wieder neue, höhere Einnahmen, also Steuern und Sozialabgaben, zufließen, darf es nicht wieder die große Umverteilungsdebatte geben. Stattdessen müsste der Staat in einer solch komfortablen Situation investieren in Infrastruktur, in die Rahmenbedingungen, in den Umbau der überforderten Sozialversicherungssysteme. Das wäre nachhaltig.

DE: Dieses Wachstum schaffen wir wirklich nur, wenn wir als Staat intensiv investieren. Es gab mal das Konjunkturpaket II, das merkte der Bürger, das nahm er wahr, da wusste er: Da bewegt sich etwas. Und dann darf nicht nur saniert, sondern auch wirklich verbessert werden. Wenn man so etwas mitbekommt, wenn diese Aufbruchstimmung durch das Land geht, dann sind auch Unternehmen bereit, zu investieren. Aktuell sieht es aber anders aus. Wir erzielen 2023, 2024 Rekordsteuereinnahmen. Und gleichzeitig fehlt das Geld, um wirklich als Staat zu investieren, weil die Sozialausgaben einfach zu hoch sind. Das muss man nicht schön finden, aber das ist einfach Fakt.

AK: Im Januar 2025 steigen die Sozialversicherungsbeiträge so stark wie noch nie. Viele Menschen haben weniger netto als im Vorjahr, gleichzeitig wird ja auch – das vergessen viele gerne – der Arbeitgeber stärker belastet. Wir müssen einfach begreifen: Wenn es der Wirtschaft nicht gut geht, können wir uns einen solchen Sozialstaat nicht leisten. Vielleicht ist dieses breite Verständnis bald da, weil man plötzlich solche Situationen wie bei Volkswagen sieht und man merkt: Die Probleme kommen wirklich gefährlich nahe.

Sie sagen, dass viele Ihrer Mandanten ins Ausland abwandern. Ist das ein probates Mittel?

DE: Es sind nicht die ganzen Unternehmen, aber die Produktionsstätten, die verschoben werden. Investitionen werden aktuell im Ausland getätigt. Nicht im großen Stil, weil viele einfach schon da sind. Aber sicher ist: In Deutschland wird gerade nicht in eine neue Produktionslinie investiert. Unsere Mandanten überlegen, ob sie ihre ausländischen Standorte verändern, vergrößern. Und was sie eigentlich mit den deutschen Standorten machen sollen.

Heißt also, dass viele Ihrer Mandanten in Sorge sind?

AK: Der Mittelstand hofft nicht auf ein unmittelbares Eingreifen der Politik. Das haben die noch nie erlebt – was ja bei den ganz Großen, Stichwort Abwrackprämie, ganz anders ist. Küchenhersteller können auf so etwas …

DE: Wobei das ja eigentlich eine schöne Idee wäre.

AK: … nicht hoffen. Deshalb sind die Mittelständler auch kämpferischer. Aber sie sind schon ernüchtert, sie setzen nicht so stark auf die Politik, sondern versuchen, sich selbst da rauszuarbeiten. Wir haben nur wenige Krisenmandate. Aber bei denen, wo es kriselt, sagen die Gesellschafter typischerweise nicht: Wir machen den Laden dicht. Die nehmen häufig privates Geld in die Hand, die versuchen eigenhändig, das Ruder rumzureißen.

DE: Die Ideen dazu gehen uns in diesem Land bestimmt nicht aus, aber wir halten sie gerade zu stark zurück.

 

"Euphorie ist noch nicht angezeigt, ist sich Alexander Kirchner sicher."

Parallel dazu kommen so Dinge wie die Nachhaltigkeits­berichterstat­tungen, wie das Lieferkettengesetz auf Unternehmen zu. Hält das nicht noch weiter auf und Ideen zurück?

AK: Ja. Und da sind die Unternehmen zu Recht ungehalten und fordern Nachbesserungen ein. Es geht jetzt darum, als Unternehmen das Geschäft anzukurbeln, dass ich zum Kunden fahre, vertrieblich unterwegs bin, ihm erkläre, warum er gerade jetzt mein Produkt kaufen sollte. Und dann wird ein weiterer Mühlstein um den Hals gehängt. Als auf EU-Ebene beschlossen wurde, dass die Nachhaltigkeitsberichterstattung verpflichtend wird, musste sich hierzulande niemand um die Wirtschaft Sorgen machen. Aber das hat sich halt geändert. Und die gesetzliche Verpflichtung zur Nachhaltigkeitsberichterstattung ist meines Erachtens. das perfekte Beispiel dafür, wie überbordende Bürokratie funktioniert, wie sie Unternehmen belastet – und in der Sache kaum einen Effekt erzielt. Eine echte Erleichterung wäre es, wenn man sagen würde: Du musst dann, aber auch nur dann darüber berichten, wenn du von gesetzlichen oder gesellschaftlichen Standards abweichst, weil wir unterstellen können, dass du als Unternehmer grundsätzlich diese Standards einhältst. Das wäre sinnvoll und deutlich schlanker. Doch wie auch der Gesetzgeber reagiert: Wir haben die notwendige Expertise aufgebaut, um unseren Mandanten auf möglichst effiziente und schlanke Weise zu helfen, die gesetzlichen Vorgaben der Nachhaltigkeitsberichterstattung zu erfüllen. Das wissen sie schon jetzt sehr zu schätzen.

DE: Am Ende ist die Nachhaltigkeitsberichterstattung wie eine Steuererklärung. Da weiß jeder: Das muss ich machen, freuen tue ich mich aber nicht darüber.

Apropos Steuererklärung – was kommt denn da an Neuigkeiten auf die Unternehmen in 2025 zu?

DE: Da ist das Lieferkettengesetz, aber hinter dem steht ein großes Fragezeichen. Geplant oder zumindest angedacht ist ja, es auszusetzen. Ob man das überhaupt kann, ist dabei eine ganz andere Frage. Aktueller Stand ist zumindest, dass es noch kommt.

AK: Und da haben wir jetzt die E-Rechnung, und das meint nicht nur das elektronische Übertragen, sondern eine sehr qualifizerte Art der Rechnung. Das erfordert technische Umstellung, auch wenn ich in 2025 nur passiv mit solchen Rechnungen umgehen, sie empfangen und lesbar machen muss. Aber das wird sich auch noch ändern – und aufwändig werden. Gleichzeitig macht es aber Prüfungen und das Arbeiten mit diesen Rechnungen sehr viel einfacher – ist also tatsächlich sinnvoll.

Wie sieht es denn bei Ihnen im Unter nehmen aus, gibt es hier Grund zu Optimismus?

AK: Im Gegensatz zur Gesamtbranche leider wir nicht darunter, neue Leute zu finden. Das schaffen wir immer noch, da Setzt auf die Kreativität der Unternehmen: Dietmar Engel. sind wir gut aufgestellt. Aber natürlich gilt weiterhin, dass es schwer ist, den Allrounder zu finden. Erfahrene Spezialisten habe ich schon vor zehn Jahren schlecht gefunden, das ist fast noch schwieriger geworden.

DE: Aber wir sind vernetzt, sind eine wirklich gute Arbeitgebermarke. Das Recruiting, das Onboarding passt bei uns, da erhalten wir nur positive Rückmeldungen. Was wir im vergangenen Jahr aber auch bemerkt haben, ist eine höhere Fluktuation. Ein Wechsel stand bei den meisten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern während Corona nicht so sehr im Fokus – das verschiebt sich gerade. Wir wachsen aber weiterhin in Mitarbeiterzahl und Umsatz. Wir breiten uns auch räumlich aus, mieten neue Räume an, können also von einem echten Wachstum auf unterschiedlichen Ebenen sprechen.

AK: Und all das wirklich organisch, ohne Zukäufe.

Woran liegt es denn eigentlich, dass es schwer ist, neue Kollegen zu finden?

DE: Es ist eine Mischung aus allem. Viele Jahre lang waren andere Branchen attraktiver; Daimler, VW oder Bayer haben viele junge Menschen aus unserer Branche herausgezogen. Dazu kommt, dass wir ein sehr anspruchsvolles Examen haben – parallel mit einem ruinösen Preiskampf und einem hohen Risiko, das viele abschreckt. Wir müssen es – und da schließt sich der Kreis zum Start dieses Gesprächs – wieder schaffen zu zeigen, dass das Thema Wirtschaft attraktiv und wichtig ist.

AK (LACHEND): Wir beide wussten das schon immer. Jetzt müssen wir es nur möglichst häufig weitererzählen.