Stückmann Podcast Folge 37: Wann entsteht eine umsatzsteuerliche Organschaft – und welche Folgen hat das für Unternehmen?
Die umsatzsteuerliche Organschaft gehört zu den Themen, die in der Praxis häufig unterschätzt werden. Anders als die ertragsteuerliche Organschaft entsteht sie nicht durch eine bewusste Entscheidung der Unternehmen, sondern kraft Gesetzes. Gerade deshalb kommt es immer wieder vor, dass Unternehmen ungewollt Teil eines umsatzsteuerlichen Organkreises werden – häufig mit erheblichen steuerlichen Konsequenzen. In der aktuellen Folge von Steuern to go sprechen Juliette Gill und Katrin Hansen darüber, worauf Unternehmen achten sollten, welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen und welche Änderungen der Gesetzgeber plant.
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Darum geht es in dieser Podcast-Folge
Die umsatzsteuerliche Organschaft spielt nicht nur in großen Konzernen eine wichtige Rolle. Auch mittelständische Unternehmensgruppen oder klassische Mutter-Tochter-Strukturen können betroffen sein. Im Mittelpunkt der Podcast-Folge steht daher die Frage, unter welchen Voraussetzungen eine Organschaft überhaupt vorliegt und weshalb sie in der Praxis oftmals unbemerkt entsteht oder ebenso unbemerkt wieder entfällt. Anhand anschaulicher Beispiele erläutern die Referentinnen die gesetzlichen Anforderungen und zeigen auf, welche Auswirkungen diese auf den Unternehmensalltag haben.
Besondere Aufmerksamkeit gilt dabei den drei Eingliederungsmerkmalen – der finanziellen, organisatorischen und wirtschaftlichen Eingliederung. Die Expertinnen erklären verständlich, wie diese Voraussetzungen in der Praxis zu beurteilen sind und weshalb immer eine Gesamtbetrachtung der tatsächlichen Verhältnisse erforderlich ist. Bereits kleinere Veränderungen innerhalb der Unternehmensstruktur oder der Geschäftsführung können dazu führen, dass sich die umsatzsteuerliche Beurteilung grundlegend ändert.
Welche steuerlichen Folgen ergeben sich?
Liegt eine umsatzsteuerliche Organschaft vor, werden Organträger und Organgesellschaften umsatzsteuerlich als ein einziger Unternehmer behandelt. Diese Rechtsfolge wirkt sich unmittelbar auf die steuerliche Behandlung innerhalb des Unternehmensverbunds aus. So werden Leistungen zwischen den Gesellschaften grundsätzlich nicht mehr als steuerbare Umsätze behandelt, während Umsatzsteuer-Voranmeldungen und Jahreserklärungen ausschließlich durch den Organträger abgegeben werden. Die Podcast-Folge erläutert, welche praktischen Vorteile sich daraus ergeben können, aber auch welche Risiken entstehen, wenn eine Organschaft unbemerkt besteht oder wegfällt.
Warum das Thema gerade jetzt besonders relevant ist
Zusätzliche Aktualität erhält das Thema durch den Referentenentwurf zum Jahressteuergesetz 2026. Der Gesetzgeber plant umfangreiche Änderungen, die die bisherige Rechtslage deutlich verändern könnten. Künftig soll die Organschaft nicht mehr allein aufgrund der tatsächlichen Verhältnisse entstehen, sondern zusätzlich eine Erklärung gegenüber dem Finanzamt voraussetzen. Darüber hinaus sollen Personengesellschaften ausdrücklich als Organgesellschaften in das Gesetz aufgenommen werden. Ziel dieser Neuregelungen ist es, die Rechtssicherheit für Unternehmen zu erhöhen und das Risiko einer ungewollten Organschaft deutlich zu reduzieren.
Gleichzeitig macht die Podcast-Folge deutlich, dass auch die geplanten Änderungen Unternehmen nicht vollständig von ihrer Prüfungspflicht entbinden. Denn selbst künftig müssen die gesetzlichen Eingliederungsmerkmale weiterhin vorliegen. Fallen diese Voraussetzungen weg, kann auch eine erklärte Organschaft entfallen – mit entsprechenden steuerlichen Konsequenzen. Deshalb bleibt eine regelmäßige Überprüfung der tatsächlichen Verhältnisse unerlässlich.
Für wen ist diese Podcast-Folge besonders interessant?
Die Folge richtet sich insbesondere an Unternehmerinnen und Unternehmer, Geschäftsführer sowie Verantwortliche aus den Bereichen Steuern, Finanzen und Rechnungswesen. Auch Steuerberaterinnen und Steuerberater erhalten einen kompakten Überblick über die aktuelle Rechtslage sowie die geplanten gesetzlichen Neuerungen. Wer gesellschaftsrechtliche Strukturen regelmäßig verändert oder mehrere Unternehmen innerhalb einer Unternehmensgruppe steuert, erhält wertvolle Hinweise darauf, welche Sachverhalte im Hinblick auf die Umsatzsteuer besondere Aufmerksamkeit erfordern.
Handlungsempfehlung für Unternehmen
Die Podcast-Folge zeigt eindrucksvoll, wie wichtig es ist, gesellschaftsrechtliche Strukturen und betriebliche Abläufe regelmäßig zu überprüfen. Veränderungen bei Beteiligungsverhältnissen, Geschäftsführungsstrukturen oder Leistungsbeziehungen können dazu führen, dass eine umsatzsteuerliche Organschaft entsteht oder entfällt, ohne dass dies unmittelbar erkannt wird. Vor dem Hintergrund der geplanten Gesetzesänderungen empfiehlt es sich deshalb bereits heute, bestehende Unternehmensstrukturen zu analysieren und frühzeitig zu prüfen, welche Auswirkungen die künftigen Regelungen auf den eigenen Unternehmensverbund haben könnten.
Jetzt reinhören
In dieser Folge von Steuern to go erhalten Sie einen kompakten und praxisnahen Überblick über die Voraussetzungen der umsatzsteuerlichen Organschaft, ihre steuerlichen Auswirkungen sowie die geplanten Änderungen durch das Jahressteuergesetz 2026. Unsere Expertinnen ordnen die aktuelle Rechtslage verständlich ein und geben wertvolle Hinweise, worauf Unternehmen bereits heute achten sollten, um steuerliche Risiken frühzeitig zu erkennen und Rechtssicherheit zu schaffen.