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Wichtige Termine und Fristen für September bis Dezember 2022

In den Bereichen Steuern und Wirtschaft existieren zahlreiche Fristen und Termine, die zu beachten sind. Während die üblichen, regelmäßig wiederkehrenden Steuer- und Zahlungstermine (z. B. für Umsatzsteuer, Lohnsteuer oder Kapitalertragsteuer) allgemein bekannt sind, gibt es noch diverse besondere Fristen, die wir nachfolgend für den jeweils kommenden Monat zusammengestellt haben.

Wichtige Termine und Fristen veröffentlichen wir regelmäßig in unserem Mandantenrundschreiben. Falls Sie die Informationen regelmäßig zugeschickt bekommen möchten, nutzen Sie unseren Aboservice.

September

30. September 2022

  • Unternehmer, die in Deutschland oder in einem anderen Mitgliedstaat der Europäischen Union ansässig sind, müssen, um ihre im jeweiligen europäischen Ausland gezahlte Umsatzsteuer erstattet zu bekommen, einen Vorsteuervergütungsantrag stellen. Die Anträge sind elektronisch bei der zuständigen Finanzbehörde im Ansässigkeitsstaat einzureichen.
  • Steuerpflichtige und Unternehmen sollten zur Vermeidung von Nachzahlungszinsen ihre zu erwartenden Steuernachzahlungen für das Jahr 2020 an das zuständige Finanzamt überweisen. Entsprechende freiwillige Zahlungen müssen dort bis zum 30.9.2022 eingegangen sein. Erstattungs­ und Nachzahlungszinsen werden coronabedingt erst ab dem 1.10.2022 berechnet.

Oktober

31. Oktober 2022

  • Kapitalgesellschaften müssen die Kirchensteuerabzugsmerkmale ihrer Gesellschafter elektronisch abfragen. Die Pflicht entfällt für Gesellschaften, bei denen eine Ausschüttung im Jahr 2023 sehr unwahrscheinlich oder bei denen kein Gesellschafter eine natürliche Person ist. Weitere Ausnahmen lassen sich dem regelmäßig aktualisierten "Fragen- & Antworten-Katalog" des Bundeszentralamts für Steuern entnehmen.
  • Alle Steuerpflichtigen, die ihre Jahressteuererklärungen 2021 selbst erstellen, müssten diese nun abgeben. Werden die Steuererklärungen durch einen Steuerberater erstellt, gilt eine Fristverlängerung bis zum 31.8.2023. Im Rahmen des sog. Vierten Corona-Steuerhilfegesetzes wurden die Abgabefristen entsprechend verlängert.
  • Alle Grundstückseigentümer müssen im Rahmen der Grundsteuerreform eine Feststellungserklärung zur Ermittlung des Grundsteuerwertes abgeben. Die Abgabe muss digital erfolgen. (Eine Verlängerung dieser Abgabefrist wird derzeit diskutiert.)

November

15. November 2022

  • Gewerbesteuerpflichtige können bei nachweislich geringeren Gewinnen einen Antrag auf nachträgliche Herabsetzung der Gewerbesteuervorauszahlungen für 2022 stellen.

 

30. November 2022

  •  Arbeitnehmer können noch einen Antrag auf Lohnsteuerermäßigung für das Jahr 2022 stellen und damit im Rahmen des Lohnsteuerverfahrens einen persönlichen Freibetrag für Werbungskosten beantragen, der den Lohnsteuerabzug des Jahres 2022 reduziert.
  • Gesellschafter einer kleinen Kapitalgesellschaft (z. B. GmbH) müssen den (geprüften) Jahresabschluss feststellen und einen Beschluss über die Ergebnisverwendung des Geschäftsjahres 2021 fassen. Entsprechende Gesellschaften mit einem vom Kalenderjahr abweichenden Geschäftsjahr haben zu beachten, dass die Frist zur Feststellung des Jahresabschlusses und für den Beschluss über die Ergebnisverwendung elf Monate nach Ablauf des Geschäftsjahres endet.

Dezember

10. Dezember 2022

  • Alle Steuerpflichtigen können bei nachweislich geringeren Einkünften die nachträgliche Herabsetzung von Einkommensteuer- oder Körperschaftsteuervorauszahlungen für 2022 beantragen.

 

15. Dezember 2022

  • Kapitalanleger können bei ihrer depotführenden Bank einen Antrag auf Verlustbescheinigung zu den Einkünften aus Kapitalvermögen stellen, damit eine Verrechnung erzielter Verluste mit anderweitig erzielten positiven Kapitaleinkünften im Rahmen der Einkommensteuererklärung möglich ist. 

 

31. Dezember 2022

  • Alle Unternehmen können noch spezielle Geschäftsvorfälle zur gezielten Gestaltung von handelsrechtlichen Jahresabschlüssen zum 31.12.2022 und von steuerlichen Effekten für das Jahr 2022 vornehmen.
  • Zur Verhinderung der Verjährung von Forderungen, die im Jahr 2019 entstanden und dem Gläubiger bekannt geworden sind, sollten alle Unternehmen Mahnbescheide beantragen oder Tilgungsvereinbarungen mit den Schuldnern abschließen.
  • Alle offenlegungspflichtigen Unternehmen müssen ihren Jahresabschluss zum 31.12.2021 beim Bundesanzeiger offenlegen. Für Kleinstgesellschaften reicht eine Hinterlegung aus.
  • Unternehmen des produzierenden Gewerbes müssen den Antrag zur Strom- und Energiesteuerentlastung für das Jahr 2021 stellen.
  • Unternehmen, die sich bislang auf eine Meldefiktion im Geldwäschegesetz berufen konnten und die ihre wirtschaftlichen Beteiligten daher noch nicht beim Transparenzregister gemeldet haben, müssen dies spätestens jetzt vornehmen. Für Aktiengesellschaften, SE und KGaA endete die Frist bereits am 31.3.2022, für Kapitalgesellschaften, Genossenschaften und Partnerschaften am 30.6.2022.
  • Konzernunternehmen mit einem Konzernumsatz von mehr als 750 Mio. € müssen den länderbezogenen Bericht (sog. Country-by-Country Report) über die Geschäftstätigkeit des Konzerns an das Bundeszentralamt für Steuern übermitteln. Diese Pflicht betrifft inländische Konzernobergesellschaften, wenn der Konzernabschluss einen Umsatz von mehr als 750 Mio. € ausweist. Bei ausländischen Konzernobergesellschaften sind ersatzweise inländische Konzerngesellschaften verpflichtet.

Hinweis

Die Übersicht enthält lediglich eine Auswahl an besonderen Fristen. Regelmäßig wiederkehrende Fristen und Termine, z.B. Umsatz- und Lohnsteuervoranmeldungen, Kapitalertragsteueranmeldungen oder auch Zahlungstermine, bleiben zu Gunsten der Prägnanz ungenannt.