STEUERN
Neuntes Gesetz zur Änderung des Steuerberatungs- und des Steuerrechts
Neben Änderungen im Steuerberatungsrecht enthält das Gesetz auch für Unternehmen relevante Änderungen, insbesondere bei der Gewerbesteuer und bei der Grunderwerbsteuer.
Jahressteuergesetz 2026
Die Bundesregierung hat am 12.8.2026 den Gesetzentwurf für das Jahressteuergesetz 2026 beschlossen. Dieser enthält u. a. eine Neuregelung der umsatzsteuerlichen Organschaft sowie eine Erhöhung des Zinssatzes für Steuernachzahlungen und -erstattungen.
Gesetz zur Einführung einer Kassenpflicht
Das Bundesfinanzministerium hat am 7.8.2026 einen Gesetzentwurf zur Einführung einer Kassenpflicht veröffentlicht.
Steuervereinfachungspaket der Europäischen Kommission
Die Europäische Kommission verabschiedete am 24.6.2026 ein Steuerreformpaket. Ziel ist, die europäischen Steuervorschriften im Bereich der direkten Besteuerung zu vereinfachen, Unternehmen zu entlasten und grenzüberschreitende Tätigkeiten zu erleichtern.
Reformpläne der Bundesregierung
Die Bundesregierung hat mit den 33 Empfehlungen der Alterssicherungskommission vom 23.6.2026 und dem „Programm für Aufschwung und Beschäftigung“ vom 2.7.2026 ein umfassendes Reformpaket angekündigt.
Aktuelles zur Sanierungsklausel im Körperschaftsteuerrecht
Die Sanierungsklausel im Körperschaftsteuerrecht soll verhindern, dass steuerliche Verlustvorträge bei einem Gesellschafterwechsel verloren gehen, wenn der Einstieg eines neuen Investors der Rettung eines wirtschaftlich angeschlagenen Unternehmens dient.
Zufluss von Tantiemen bei beherrschenden Gesellschafter-Geschäftsführern
Das Bundesfinanzministerium hat am 11.5.2026 seine bisherige Auffassung zum Zufluss von nicht bilanzierten Tantiemeansprüchen bei Gesellschafter-Geschäftsführern von Kapitalgesellschaften aufgegeben.
Aufzeichnungspflicht für Aufwendungen für ein häusliches Arbeitszimmer
Der Bundesfinanzhof entschied am 24.3.2026, dass Aufwendungen eines Selbstständigen für ein häusliches Arbeitszimmer und dessen Ausstattung einzeln und zeitnah in einer besonderen Spalte der Ausgabenaufstellung, zumindest aber gebündelt in einem gesonderten Dokument, aufgezeichnet werden müssen.
Finale Verwaltungsgrundsätze zum Betriebsstättenbegriff
Das Bundesfinanzministerium hat am 18.6.2026 die endgültigen Verwaltungsgrundsätze zum Betriebsstättenbegriff veröffentlicht. Die Grundsätze ersetzen die bisherige Verwaltungsauffassung aus dem Jahr 1999 und gelten in allen offenen Fällen.
Ausübungszeitpunkt des Vorsteuerabzugs
Das Europäische Gericht entschied am 11.2.2026, dass Unternehmen den Vorsteuerabzug bereits für den Leistungszeitraum geltend machen können, in dem die materiellen Voraussetzungen erfüllt sind und die Rechnung spätestens bis zur Abgabe der jeweiligen Steueranmeldung bzw. -erklärung vorliegt. Der Europäische Gerichtshof hat daraufhin am 26.3.2026 ein Überprüfungsverfahren eingeleitet.
Umsatzsteuerliche Würdigung von Verrechnungspreisanpassungen
Verrechnungspreisanpassungen sind in international tätigen Unternehmensgruppen weitverbreitet, ihre umsatzsteuerliche Behandlung sorgt jedoch für Unsicherheit. Am 13.5.2026 hat der Europäische Gerichtshof klargestellt, dass solche Anpassungen nicht ohne Weiteres als Vergütung für eine umsatzsteuerpflichtige Leistung anzusehen sind.
Erweiterung der Nichtsteuerbarkeit von Innenleistungen bei umsatzsteuerlicher Organschaft
Das Bundesfinanzministerium hat am 1.4.2026 die Verwaltungsgrundsätze zur Nichtsteuerbarkeit von Innenleistungen bei einer umsatzsteuerlichen Organschaft erweitert. Innenleistungen sind künftig auch dann nicht steuerbar, wenn sie in hoheitliche, ideelle oder sonstige nicht wirtschaftliche Bereiche fließen.
Umsatzsteuer auf (Vertriebs-) Vergütungen in Gutschein-Vertriebsketten
Der Verkauf von Mehrzweck-Gutscheinen ist nicht umsatzsteuerbar; die steuerlich relevante Leistung entsteht erst bei der Einlösung des Gutscheins. In Vertriebsketten kann jedoch eine umsatzsteuerpflichtige Vertriebs- oder Vermittlungsleistung der Zwischenhändler vorliegen.
Geplante Neuregelung der umsatzsteuerlichen Organschaft
Mit dem Gesetzentwurf zum Jahressteuergesetz 2026 vom 19.5.2026 plant der Gesetzgeber eine grundlegende Reform der umsatzsteuerlichen Organschaft. Ziel sind mehr Rechtssicherheit für Unternehmen sowie Vereinfachungen hinsichtlich Verfahren, Haftungsfragen und Korrekturen. Künftig wird die Organschaft flexibler ausgestaltet, gleichzeitig steigen jedoch die Anforderungen an Organisation und Dokumentation.
Grundsteuer: Die Gerichte bleiben auf Reformkurs!
Die Hoffnung vieler Grundstückseigentümer auf eine erfolgreiche Verfassungsbeschwerde gegen die neuen Grundsteuermodelle hat zuletzt einen Dämpfer erhalten. Mit Urteilen des Bundesfinanzhofs vom 20.5.2026 sowie des Niedersächsischen Finanzgerichts vom 18.6.2026 wurden sowohl das baden-württembergische Bodenwertmodell als auch das niedersächsische Flächen-Lage-Modell als verfassungsgemäß eingestuft.
RECHT
Ladung zur Gesellschafterversammlung bei Mehrfach-Geschäftsführern
Der Bundesgerichtshof hat am 5.5.2026 wichtige Leitlinien für Kapitalgesellschaften aufgestellt, in denen dieselbe Person mehrere Gesellschaften als Geschäftsführer vertritt. Im Mittelpunkt standen die Wirksamkeit von Gesellschafterbeschlüssen und die Vertretungsmacht beim Abschluss von Verträgen zwischen verbundenen Gesellschaften.
Neue Pflichten für Hersteller zur Reparatur von Waren
Das Gesetz zur Umsetzung der europäischen „Recht-auf-Reparatur-Richtlinie“ ist am 31.7.2026 in Kraft getreten. Ziel der Neuregelung ist es, die Nutzungsdauer von Produkten zu verlängern, unnötige Abfälle zu vermeiden und Verbrauchern den Zugang zu Reparaturen zu erleichtern.
Rahmenkonzept für eine Gesellschaft mit gebundenem Vermögen
Das Bundesjustizministerium und das Bundesfinanzministerium haben ein Rahmenkonzept für eine neue Rechtsform, die Gesellschaft mit gebundenem Vermögen, vorgelegt.
Gesetzentwurf zur Änderung des Rechts der Wohn- und Gewerberaummiete
Am 9.7.2026 hat der Bundestag den Gesetzentwurf der Bundesregierung zur Änderung des Rechts der Wohn- und Gewerberaummiete in erster Lesung beraten. Ziel des Entwurfs ist es, den Mieterschutz zu stärken und die Mietpreisbremse zu reformieren.
JAHRESABSCHLUSS
Deutliche Entlastung bei der Nachhaltigkeitsberichterstattung
Mit der Verabschiedung der überarbeiteten European Sustainability Reporting Standards am 3.7.2026 verfolgt die Europäische Kommission das Ziel, die Nachhaltigkeitsberichterstattung deutlich zu vereinfachen und den administrativen Aufwand für Unternehmen spürbar zu reduzieren. Weniger Datenpunkte, eine vereinfachte Wesentlichkeitsanalyse und ein neuer freiwilliger Berichtsstandard sollen künftig für mehr Praxistauglichkeit sorgen, ohne die Transparenz für Investoren und andere Stakeholder wesentlich einzuschränken.
Neufassung des Standards für Unternehmensbewertungen
Der Standard S1 des Instituts der Wirtschaftsprüfer, die zentrale Leitlinie für Unternehmensbewertungen in Deutschland, wurde nach vielen Jahren überarbeitet und am 9.4.2026 veröffentlicht. Der Standard ist auf Bewertungsstichtage nach dem Veröffentlichungsdatum anzuwenden. Durch eine künftig gezieltere Ausrichtung der Unternehmensbewertung am jeweiligen Bewertungsanlass bei zugleich erhöhter Eigenverantwortung des Bewerters soll in der Praxis mehr Transparenz, Rechtssicherheit und Effizienz geschaffen werden.
WIRTSCHAFT
Die neue europäische Verpackungsverordnung
Mit der neuen europäischen Verpackungsverordnung ist am 12.8.2026 ein grundlegender Systemwechsel im Verpackungsrecht in Kraft getreten. Unternehmen, die Eigenmarken vertreiben oder Produkte direkt importieren, gelten seitdem als Hersteller der entsprechenden Verpackungen. Sie müssen die Verpackungen vor dem Vertrieb bei einem Verpackungsrecyclingsystem anmelden und die damit verbundenen Pflichten erfüllen.
Einführung des Industriestrompreises
Der Industriestrompreis soll bestimmte stromintensive Unternehmen ab dem Abrechnungsjahr 2026 entlasten. Die Förderung wird rückwirkend beantragt, erstmals im Jahr 2027, und setzt u. a. eine Branchenzuordnung, einen anrechenbaren Stromverbrauch sowie Investitionen in Dekarbonisierungsmaßnahmen voraus.
Erstattung von CO2-Kosten auf Brennstoffe
Unternehmen tragen über den nationalen Emissionshandel steigende CO2-Kosten auf Brennstoffe. Das Bundesumweltministerium hat die Liste der beihilfeberechtigten Sektoren im Rahmen der Carbon-Leakage-Verordnung erweitert. Dadurch können weitere Unternehmen eine Entlastung von CO2-Kosten auf Brennstoffe erhalten – teilweise sogar rückwirkend für die Abrechnungsjahre 2021 bis 2025.
DIGITALISIERUNG
Die drei größten Herausforderungen für mittelständische Unternehmen beim Einsatz von künstlicher Intelligenz
Der Einsatz von künstlicher Intelligenz ist in vielen Unternehmen bereits gelebte Praxis – häufig jedoch ohne klare Rahmenbedingungen und strukturierte Vorgehensweise. Ob z. B. Copilot, ChatGPT oder Funktionen mit künstlicher Intelligenz in bestehenden Systemen: Die Nutzung erfolgt vielfach dezentral und ohne einheitliche Regeln. Der EU AI Act gibt einen verbindlichen Ordnungsrahmen vor.