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Verlustabzug bei Kapitalgesellschaften weiterhin auf dem Prüfstand

Nachdem das Bundesverfassungsgericht der gesetzlichen Regelung zum teilweisen Verlustuntergang eine Absage erteilt hat, ist nun die Regelung zum vollständigen Verlustabzug auf dem Prüfstand.

Betroffen sind nun auch alle Kapitalgesellschaften mit Verlustvorträgen, bei denen innerhalb von fünf Jahren mehr als 50 % der Anteile auf einen Erwerber übertragen wurden. Nach der derzeitigen Rechtslage gehen Verlustvorträge in diesem Fall vollständig unter.

Im März hatte das Bundesverfassungsgericht bereits auf eine Vorlage des Finanzgerichts Hamburgs hin festgestellt, dass die Regelung des § 8c Abs. 1 S. 1 KStG verfassungswidrig ist, wonach Verluste bei einem Anteilseignerwechsel von mehr als 25 % aber weniger als 50 % teilweise wegfallen. Das Gericht hat den Gesetzgeber bis zum 31.12.2018 aufgefordert, das Gesetz anzupassen.

Das Finanzgericht Hamburg hat dem Bundesverfassungsgericht jetzt die gesetzliche Regelung des § 8c S. 2 KStG (jetzt § 8c Abs. 1 S. 2 KStG) vorgelegt, wonach der Verlustvortrag einer Kapitalgesellschaft sogar vollständig wegfällt, wenn innerhalb von fünf Jahren mehr als 50 % der Anteile übertragen werden. Damit wird eine weitere Variante der umstrittenen Verlustabzugsbeschränkung auf den gesetzlichen Prüfstand gestellt.

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