Unternehmenssteuerrecht

Hilfe für Start-ups: Neue Verlustnutzungsmöglichkeiten für Kapitalgesellschaften

Stückmann ad hoc 2017/01

Am 23.12.2016 ist das Gesetz zur Weiterentwicklung der steuerlichen Verlustverrechnung bei Körperschaften im Bundesgesetzblatt verkündet worden und die Verlustverrechnung bei Kapitalgesellschaften neu geregelt worden.

Nach den bisherigen Regelungen führte ein Anteilseignerwechsel von mehr als 25% bei der Kapitalgesellschaft zum anteiligen bzw. vollständigen Untergang von Verlustvorträgen. Ausgenommen davon waren Übertragungen innerhalb eines Konzerns und wenn ausreichend hohe stille Reserven vorhanden waren.

Kapitalgesellschaften -insbesondere Start-ups-, die für die Finanzierung ihrer Geschäftsidee neue Anteilseigner aufnehmen müssen, oder deren Gründer die Anteile bisheriger Investorenfonds nach den ersten Anlaufjahren übernehmen möchten, fielen bisher nicht unter die Ausnahmevorschriften mit der Folge, dass Verlustvorträge häufig ungenutzt  verfielen.

Mit der Neuregelung können Kapitalgesellschaften bis zum Anteilseignerwechsel nicht genutzte Verluste mit zukünftigen Gewinnen für steuerliche Zwecke verrechnen. Wesentliche Voraussetzung ist, dass der bisherige Geschäftsbereich erhalten bleibt.

Im Ergebnis sind durch die Änderungen die steuerlichen Rahmenbedingungen insbesondere für Start-ups verbessert worden, da die Neuregelungen es Kapitalgesellschaften erleichtert, ihre für zukünftiges Wachstum notwendige Kapitalausstattung steuerlich zu verbessern. Selbstverständlich können aber nicht nur typische Start-ups, sondern alle Kapitalgesellschaften von ihr profitieren.

Die neue Regelung gilt rückwirkend ab dem 01.01.2016.

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