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Währungsumrechnung im Konzernabschluss - DRSC verabschiedet DRS 25 (vormals E-DRS 33)

Der HGB Fachausschuss des DRSC hat in seiner Sitzung am 8. Februar 2018 den DRS 25 „Währungsumrechnung im Konzernabschluss“ verabschiedet. In dem Rechnungslegungsstandard werden die Grundsätze der Währungsumrechnung nach § 308a HGB sowie die Grundsätze zur Umrechnung von Geschäftsvorfällen in fremder Währung in den Handelsbilanzen II der einbezogenen Unternehmen konkretisiert und Anwendungsfragen anhand von Praxisbeispielen verdeutlicht.

Was ändert sich durch DRS 25?

Durch das Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz (BilMoG) im Jahr 2009 wurde der § 308a in das HGB eingeführten. Seitdem ist für die Umrechnung von Fremdwährungsabschlüssen zwingend die modifizierte Stichtagskursmethode vorgeschrieben. In der Praxis haben sich hierbei viele Anwendungsprobleme und Auslegungsfragen ergeben. Diese Regelungslücken werden durch DRS 25 geschlossen. Die Regelungen des DRS 25 schränken andererseits bisher vorhandene Wahlmöglichkeiten der bilanzierenden Unternehmen ein.

Für die Posten des Eigenkapitals regelt DRS 25 künftig die unterschiedlichen Zeitpunkte zur Ermittlung der relevanten historischen Devisenkassamittelkurse. Ferner gibt der Rechnungslegungsstandard eine Systematik zur Ermittlung des Durchschnittskurses für die Umrechnung der GuV vor.

Für die im Zuge von Konsolidierungsmaßnahmen auftretenden Währungsdifferenzen enthält DRS 25 verbindliche Ausweis- und Bewertungsvorschriften. Im Unterschied zu dem bisherigen Standardentwurf (E-DRS 33) enthält die finale Fassung weitere Vereinfachungen im Bezug auf die Währungskurseffekte bei der Zwischenergebniseliminierung und für den Ausweis von Währungsdifferenzen in der Aufwands- und Ertragskonsolidierung.

Neben den Kernthemen bei der Währungsumrechnung im Konzernabschluss – der Umrechnung von Fremdwährungsabschlüssen und der Behandlung von Währungsdifferenzen bei Konsolidierungsmaßnahmen -  regelt DRS 25 auch die Umrechnung von Fremdwährungsgeschäften in den Handelsbilanzen II der einbezogenen Unternehmen. Insbesondere die Regelungen zur Folgebewertung  nichtmonetärer Vermögensgegenstände werden in der Praxis zu einer Änderung in der Bilanzierung führen. Die entsprechende Anwendung dieser Regelungen wird auch für den handelsrechtlichen Jahresabschluss empfohlen.

Für Abschlüsse von Unternehmen, die nicht auf Euro lauten und die im HGB-Konzernabschluss nach § 312 HGB at-equity bewertet werden, empfiehlt DRS 25 eine entsprechende Anwendung der modifizierten Stichtagskursmethode. Hier schließt das DRSC eine seit dem BilMoG bestehende gesetzliche Regelungslücke.

Weitere Regelungsbereiche des DRS 25 sind die Vorgehensweise bei der Euro-Einführung in den Sitzstaaten von Tochterunternehmen und die Identifikation von Hochinflationsländern sowie mögliche Vorgehensweisen zur Inflationsbereinigung.

Schließlich konkretisiert DRS 25 die Anforderungen an die Angaben zur Währungsumrechnung im Konzernanhang. Es wird klargestellt, dass die Angaben als Teil der konzerneinheitlichen Bewertungsmethoden anzusehen sind. Die geforderten Einzelangaben gehen jedoch deutlich über den in der bisherigen Praxis zu beobachtenden Detaillierungsgrad hinaus.

Wann ist DRS 25 anzuwenden?

Die neuen Regelungen sind, vorbehaltlich der Zustimmung des BMJV (Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz), erstmals verpflichtend auf handelsrechtliche Konzernabschlüsse für nach dem 31. Dezember 2018 beginnende Geschäftsjahre anzuwenden. Eine frühere vollumfängliche Anwendung ist jedoch zulässig und wird vom DRSC empfohlen.

Für eine reibungslose Umsetzung ggf. erforderlicher Anpassungen in der Währungsumrechnung empfehlen wir konzernabschlusspflichtigen Unternehmen den Anpassungsbedarf zeitnah zu prüfen. Gerne unterstützen wir Sie bei der Umsetzung der neuen Regelungen und stehen Ihnen für sämtliche Fragen rund um das Thema Währungsumrechnung gern zur Verfügung.

Ansprechpartner

  • Dipl.-Kfm.
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  • Dipl.-Kfm.
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