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Entgeltbericht erstmalig dem Lagebericht 2017 beizufügen – Sind Sie auch betroffen?

Nach dem Gesetz zur Förderung der Entgelttransparenz zwischen Frauen und Männern – kurz „Entgelttransparenzgesetz“ – müssen die von dem Gesetz betroffenen Unternehmen in 2018 erstmalig einen Entgeltbericht erstellen. Berichtszeitraum des ersten Entgeltbericht ist das Kalenderjahr 2016. Der Entgeltbericht ist dem Lagebericht für das Geschäftsjahr 2017 als Anlage beizufügen und im Bundesanzeiger zu veröffentlichen.

Welche Unternehmen sind von der neuen Berichtspflicht betroffen?

Betroffen sind Unternehmen mit in der Regel mehr als 500 Beschäftigten, die zur Erstellung eines Lageberichts (§§ 264 und 289 HGB) verpflichtet sind.

Zur Prüfung der Berichtspflicht ist für lageberichtspflichtige Unternehmen in einem ersten Schritt die Anzahl der „in der Regel beschäftigten Arbeitnehmer“ zu bestimmen. Hier ist von der Anzahl der Arbeitnehmer des im regelmäßigen Gang befindlichen Betriebes auszugehen. Maßgebend ist das normale Maß, nicht die Zahl der Arbeitnehmer im Jahresdurchschnitt oder zu einem bestimmten Stichtag. In der Praxis gilt es, den unbestimmten Rechtsbegriff der „in der Regel beschäftigten Arbeitnehmer“ sachgerecht auszulegen.

Der Hauptfachausschuss (HFA) des IDW hat sich jüngst mit weiteren Auslegungsfragen im Anwendungsbereich der neuen gesetzlichen Regelung beschäftigt und folgende Klarstellungen hierzu getroffen:

  • Ist ein Tochterunternehmen nach § 264 Abs. 3 bzw. § 264b HGB von der Aufstellung eines Lageberichts befreit und stellt es auch tatsächlich keinen Lagebericht auf, muss es auch keinen Entgeltbericht erstellen. Ist es nur von der Offenlegung, nicht aber von der Aufstellung eines Lageberichts befreit, muss es einen Entgeltbericht erstellen, diesen aber nicht im Bundesanzeiger offenlegen. In beiden Fällen ist eine Angabe im Konzernanhang oder -lagebericht des befreienden Mutterunternehmens nicht erforderlich.
  • Unternehmen, die ausschließlich aufgrund ihrer Satzung bzw. ihres Gesellschaftsvertrags oder freiwillig einen Lagebericht aufstellen, müssen keinen Entgeltbericht erstellen. Gleiches gilt für Unternehmen, die nicht nach dem HGB, sondern nach dem Publizitätsgesetz einen Lagebericht aufstellen müssen.
  • Es gibt keine Entgeltberichtspflicht auf Konzernebene, nur auf Ebene des einzelnen Unternehmens.

Was muss berichtet werden?

In dem Bericht sind die Maßnahmen zur Förderung der Gleichstellung von Frauen und Männern und deren Wirkungen sowie die Maßnahmen zur Herstellung von Entgeltgleichheit für Frauen und Männer getrennt voneinander darzustellen. Unternehmen, die keine derartigen Maßnahmen durchgeführt haben, müssen dieses in dem Bericht begründen. Außerdem muss der Bericht nach Geschlecht aufgeschlüsselte Angaben zu der durchschnittlichen Gesamtzahl der Beschäftigten sowie zu der durchschnittlichen Zahl der Vollzeit- und Teilzeitbeschäftigten enthalten.

Gerne unterstützen wir Sie in der Prüfung Ihrer Berichtspflicht und der bei der Klärung von Fragen zur Erstellung des Entgeltberichts.

Ansprechpartner

  • Dipl.-Kfm.
    Detlef Wrede

    Wirtschaftsprüfer, Steuerberater, Partner

    +49 521 2993386

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  • Dipl.-Kfm.
    Christian Kellermeier, M.Sc.

    Wirtschaftsprüfer

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