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Aktuelles zur Steuerermäßigung bei haushaltsnahen Dienstleistungen und Handwerkerleistungen

Steuerpflichtige können die in Rechnungen über Handwerkerleistungen enthaltenen Arbeitskosten steuermindernd geltend machen. Soweit diese nicht gesondert in der Rechnung ausgewiesen werden, kann der Steuerpflichtige die Arbeitskosten schätzen. Diese Ansicht haben in der Vergangenheit zumindest Bundesfinanzhof und Finanzgerichte vertreten. Das Bundesfinanzministerium dagegen lehnt entsprechende Schätzungen ab.

Wir empfehlen, bei Bedarf entsprechende Schätzungen vorzunehmen und gegen hiervon abweichende Steuerbescheide Einspruch einzulegen. Die Bearbeitung der Einsprüche durch die Finanzverwaltung kann ausgesetzt werden, bis der Bundesfinanzhof hierüber in einem aktuell anhängigen Verfahren geurteilt hat.

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Steuerpflichtige können Kosten für haushaltsnahe Dienstleistungen und Handwerkerleistungen für Renovierungs-, Erhaltungs- und Modernisierungsmaßnahmen, die in ihrem Haushalt ausgeführt werden, steuermindernd geltend machen. Die Einkommensteuerminderung beträgt bis zu den gesetzlich festgelegten Höchstbeträgen 20 % der Arbeitskosten einschließlich Maschinen- und Fahrtkosten. Materialkosten hingegen sind nicht begünstigt.

In der Praxis stellt sich häufig das Problem, dass die Arbeitskosten in den Rechnungen nicht gesondert ausgewiesen werden. Dies ist beispielsweise bei Hausanschlusskosten der Fall, die neuerdings auch berücksichtigt werden können.

Das Bundesfinanzministerium akzeptiert laut seinem aktuellen Schreiben vom 9.11.2016 (BStBl 2016 I, 1213, RZ 40) keine Schätzung des Arbeitslohns. Die Rechnung muss entweder eine betragsmäßige oder zumindest eine prozentuale Aufteilung des Rechnungsbetrags in Material- und Arbeitskosten enthalten. Die Finanzverwaltung ignoriert damit eine Entscheidung des Bundesfinanzhofs (vom 20.3.2014, VI R 56/12, BStBl 2014 II, 882), der eine Schätzung nicht beanstandet hat. Ein weiteres Verfahren zu dieser Frage ist noch beim Bundesfinanzhof anhängig (BFH VI R 18/16).

Betroffene sollten daher den Rechnungsersteller um eine Aufteilung des Aufwands in der Rechnung bitten. Kommt dieser der Aufforderung nicht nach, muss der anteilige Arbeitsaufwand vom Steuerpflichtigen selbst geschätzt werden. Wenn das Finanzamt die Steuerermäßigung deswegen verwehrt, sollte das Verfahren im Hinblick auf das noch ausstehende Urteil des Bundesfinanzhofs offen gehalten werden.

Ansprechpartner

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  • Dipl.-Kffr.
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    Steuerberaterin

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