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Änderung der Softwarebilanzierung und der Aktivierung von Herstellungskosten

Der Hauptfachausschuss des IDW hat im Oktober die Entwürfe der Stellungnahmen zur Bilanzierung entgeltlich erworbener Software (IDW ERS HFA 11 n.F.) und zur Aktivierung von Herstellungskosten (IDW ERS HFA 31 n.F.) verabschiedet. Durch punktuelle Anpassungen der bisherigen Verlautbarungen sollen Unklarheiten zwischen IDW-Verlautbarungen und dem aktuellen Deutschen Rechnungslegungs Standard Nr. 24 des DRSC „Immaterielle Vermögensgegenstände im Konzernabschluss (DRS 24)“ beseitigt werden. Da der DRS 24 erstmals verpflichtend auf Konzernabschlüsse für nach dem 31. Dezember 2016 beginnende Geschäftsjahre anzuwenden ist, ist eine Angleichung der beiden Rechnungslegungsstandards dringend geboten.

Was soll bei der Softwarebilanzierung geändert werden?
Die vorgesehene Anpassung des IDW RS HFA 11 zur Softwarebilanzierung betrifft im Wesentlichen die handelsrechtliche Behandlung von Aufwendungen zur Erweiterung oder wesentlichen Verbesserung einer Software, den sogenannten Modifikationsaufwendungen. Künftig soll sich ihre bilanzielle Behandlung danach richten, wie die Aufwendungen zur Erlangung der ursprünglichen Software behandelt worden sind. Bislang sind  Aufwendungen für Modifikationen losgelöst von den ursprünglichen Aufwendungen für die Anschaffung oder Herstellung der Software in Bezug auf ihre Aktivierungspflicht zu beurteilen. Diese getrennte Betrachtung soll künftig nicht mehr gelten. Bestand für die ursprünglichen Aufwendungen z.B. aufgrund ihres entgeltlichen Erwerbs eine Aktivierungspflicht, sind nach den neuen Regelungen auch die späteren Modifikationsaufwendungen zu aktivieren. Das gilt auch dann, wenn das bilanzierende Unternehmen selbst das Risiko der erfolgreichen Modifikation trägt. Es kommt in diesen Fällen somit also nicht mehr, so wie nach dem bisherigen IDW RS HFA 11, darauf an, ob ein Dritter oder das bilanzierende Unternehmen das Risiko der Modifikation trägt. Im Falle von Software, die zu einem früheren Zeitpunkt selbst geschaffen und für die nicht das Aktivierungswahlrecht in Anspruch genommen wurde, sind spätere Modifikationsaufwendungen danach sofort in voller Höhe erfolgswirksam zu erfassen und zwar auch dann, wenn das Risiko einer erfolgreichen Modifikation bei einem Dritten liegt.

Was soll sich bei der Aktivierung von Herstellungskosten ändern?
Nicht so umfangreich ist die geplante Anpassung des IDW RS HFA 31 zur Aktivierung von Herstellungskosten. Danach sollen künftig Aufwendungen für Vorbereitungshandlungen, die vor dem Abschlussstichtag angefallen sind, aber mangels Konkretisierung des Vermögensgegenstands nicht aktivierbar waren, auch nicht mehr aus Vereinfachungsgründen in späteren Perioden (nach-) aktiviert werden können. Nach dem bisherigen Standard war in bestimmten Ausnahmefällen die nachträgliche Aktivierung von bereits in Vorperioden aufwandswirksam erfassten Aufwendungen für Vorbereitungshandlungen zulässig.

Ab wann sollen die Neuregelungen gelten?
Die finalen Stellungnahmen sollen noch in 2017 verabschiedet werden. Die Neuregelungen der beiden Stellungnahmen werden dann erstmals verpflichtend für Geschäftsjahre anzuwenden sein, die nach dem 31. Dezember 2017 beginnen. Eine freiwillige vorzeitige Erstanwendung soll zulässig sein. Außerdem dürfen Vermögensgegenstände, die vor dem Erstanwendungszeitpunkt angeschafft oder hergestellt worden sind, weiterhin nach den bisherigen IDW-Regelungen bilanziert werden.


Gern unterstützen wir Sie bei der Umsetzung der neuen Regelungen und stehen Ihnen für sämtliche Fragen rund um das Thema Softwarebilanzierung und Herstellungskosten gern zur Verfügung.

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  • Dipl.-Kfm.
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